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Liest man über Staatsschulden, werden diese in der Regel immer als potentiell gefährlich dargestellt. Ein Staat kann sich verschulden, wenn dem eine ebenso hohe Sparquote seiner Bevölkerung gegenüber steht und seine Steuereinnahmen so hoch sind, dass er seine Schulden bedienen kann. Ist das der Fall, werden ihn die Finanzmärkte als zahlungskräftigen Schuldner ansehen..
Vergessen Sie nicht, Staatsschulden sind Vermögen der Bürger, und ohne Staatsverschuldung könnte eine Lebensversicherungsgesellschaft das Geld Ihrer Kunden nicht sicher anlegen.
Die staatlichen Schulden Japans belaufen sich auf 200 % des Bruttosozialprodukts. Dennoch zählt Japan international als eine äußerst solide Adresse. Japan refinanziert sich innerstaatlich zu sehr niedrigen Zinssätzen, ist deshalb nicht von den internationalen Kapitalmärkten abhängig.
Der Verschuldungsgrad der westlichen Industriestaaten liegt weit unter 100 % im Schnitt bei ca. 60-80 %. Ausnahmen bilden Griechenland und Italien, deren Schulden 100 % des Bruttoszialproduktes überschreiten.
Das wahre Problem liegt also nicht in der Höhe, sondern der Verwendung der Schulden: Konsum oder Investition. Gefährlich wird es, wenn ein Staat durch die Aufnahme von Schulden dringend erforderliche wirtschaftliche und soziale Anpassung über Jahre verschleppt. .
Wenn man von der Verschuldung absieht, die durch die internationale Wirtschaftskrise notwendig geworden ist, so weisen alle Industriestaaten ein strukturelles Defizit aus, weil sie in der Vergangenheit die Steuern gesenkt, aber die öffentlichen, nichtinvestiven Ausgaben erhöht haben, mit der Begründung, Steuersenkungen schaffen Wachstums und höhere Steuereinnahmen.
Der Anstieg der Staatsverschuldung widerlegt dieses Argument. Denn die Wachstumsraten blieben immer wieder unter den prognostizierten Werten.
Staatliche Schulden können nur mit folgenden Instrumenten zurückgeführt werden:
Jährliche Wachstumsraten von 4-5 % = absolut unrealistisch
Inflation = möglich, aber zur Zeit unwahrscheinlich
Lastenausgleich = ist eine elegante Option für den Staat, aber noch nicht durchsetzbar
Währungsreform = zur Zeit unwahrscheinlich.
Steuererhöhungen =mittelftistig die wahrscheinlichste Lösung.
In dieser Situation mit hohem Anpassungsdruck auf die öffentlichen Haushalte und der Unfähigkeit der Politiker, diesen Druck mit geeigneten wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen abzubauen, gibt es keine klaren Perspektiven.für langfristige Kapitalanlagen. Kapitalerhalt- und Sicherheit sind wichtiger als Rendite..
Wichtig für den Anleger: Auch bei staatlichen Anleihen müssen Sie auf die Bonität des Schuldners achten.
Die Finanzmärkte halten es nicht mehr für unmöglich, dass Europäische Schuldner ihre Anleihen nicht mehr bedienen können. Ich teile diese Einschätzung nicht. Die EU wird kein Mitglied in den Staatsbankrott abgleiten lassen, denn ein Staatsbankrott würde zu einer Schwächung des EURO führen, gegen die sich die EU nur durch Zinserhöhungen wehren könnte, was den Schuldendienst aller Mitglieder der EU verteuern würde. Zudem würde ein Bankrott Griechenslands die Gläubigerbanken zu massiven Abschreibungen zwingen, was wiederum staatliche Hilfen erzwingen würde, um die Stabilität des Europäischen Bankensystem nicht zu gefährden.
Finanzberatung gegen Honorar im Großraum Heidelberg, Mannheim, Weinheim, Rhein-Neckar-Kreis
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